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"Richten Sie Ihr Ohr nach Norden und wenden Sie Ihr Auge zum Horizont! Bougainville, glückloser Entdecker und Namensgeber einer der schönsten Blumen der Welt, tat nichts anderes. Er suchte einen stillen Ort am Cap, setzte sich auf einen zierlichen Holzstuhl und sah aufs Meer hinaus. So lange, bis er auf einen neuen Gedanken kam."

Fotos: Astrid Karger

MusiktheaterPerformance ::
Bout du monde | Ende der Welt


[Premiere 20. Nov. 2008]


mit:
Monika Bagdonaite
(Viola)
Katharina Bihler
(Text, Performance)
Julien Blondel
(Violoncello)
Elodie Brochier
(Text, Performance)
Stefan Scheib
(Komposition, Kontrabass)

Holger Stedem (Klanggestaltung)
Uli Schneider, Krischan Kriesten
(Lichtdesign)
Marcus Droß (outside brain)



Louis-Antoine de Bougainville schlug, wie es sich für neuzeitliche Entdecker gehört, den großen Seeweg ein und kehrte am 16. März 1769 als erster Franzose von einer Weltumseglung heim. Fielen die spektakulären Entdeckungen in die Frühe Neuzeit, so war Bougainville ganz schlicht zu spät: ein Nachgeborener, dem sich in der Linse des Fernrohrs keine neuen Kontinente mehr zeigten. Was nun? „Nachdem ich um die Welt gesegelt bin und alle 360 Grade umrundet habe, möchte ich die Welt wieder in kleinen Winkeln betrachten und mir den Rest denken.“ Bougainville zieht sich in die Normandie zurück ans Cap la Hague, nimmt sich einen Stuhl und begrenzt den einst weit schweifenden Blick durch die Leisten von Fenster- und Bilderrahmen.

Den wundersamen Blick über die Grenzen unseres Horizonts hinaus führen die Performance-Künstler vom Liquid Penguin Ensemble als Methode vor. Ihre Mittel sind nicht beflügelnde Erzählkunst allein; sie sind experimentell erprobte und erprobende Ingenieure des Sehens und Hörens. Frei von vorgegebenen Konstruktionen und Berechnungen bleibt das Denken dem Publikum selbst überlassen. Augen, Ohren und Gedanken dürfen durch die Architektur aus Klang, Raum, Bildern und Geschichten wandern, die in der alten Kantine des Kulturbahnhofs (KuBa) ungewohnte und überraschende Wege einschlagen können.

Die Musik von Stefan Scheib für tiefes Streichtrio (mit Monika Bagdonaite an der Viola, Julien Blondel am Violoncello sowie Stefan Scheib am Kontrabass) greift in den Raum: weite Entfernungen und extreme Nähe, einseitige Klangrichtung und Hörpositionen inmitten der einzelnen Stimmen, Klang-Bewegung einerseits und Publikums-Bewegung andererseits sind die Spielarten, durch welche die Bedingungen der Wahrnehmung verändert und diese Neue Musik in ungewohnte Zusammenhänge gestellt wird.
Der Blick folgt den Ohren, Hörweisen werden zu Sichtweisen, Worte werden zu Bildern, Bilder zu Tönen, Töne zu Geräuschen, Geräusche zu Geschichten.


PRESSE
"Exakt auf den in mehrfacher Hinsicht multidimensionalen Ort zugeschnitten, besticht „Bout du Monde“ durch detaillierte Ausgefeiltheit wie verblüffende Sound-Effekte (Holger Stedem) und spielt mit der Einengung und Erweiterung von Perspektiven – visuell wie akustisch. Im Zentrum steht die fiktive Figur des Installationskünstlers Jacques Regard..." [mehr]




 















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"bout du monde / Ende der Welt" fand im Rahmen von "strukturwandel - neues hören und sehen" von Netzwerk Musik Saar statt. Dieses auf vier Jahre angelegte Projekt  hat sich der ästhetischen,  künstlerischen, musikalischen und pädagogischen Aufarbeitung des momentan bestimmenden Themas "Strukturwandel" im Saarland verschrieben. Es verfolgt dieses Ziel mit themenbezogenen künstlerischen und pädagogischen Projekten der Neuen Musik und verwandter Musik- und Performancestile. Das Projekt ist Teil des bundesweiten Netzwerks Neue Musik, das die Kulturstiftung des Bundes zur Vermittlung Neuer Musik initiiert hat.
http://www.netzwerk-musik-saar.de/
http://www.netzwerkneuemusik.de/
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