faire ou lâcher l’affaire

Musik // Theater // Performance

Es geht um unsere Freiheit!

– Welche haben Sie sich heute schon genommen? Sicher, dass Ihre Gedanken frei sind? Ihre Rede? Ihr Gesang? Ihre Gliedmaßen, wie frei sind die – mal verglichen mit denen eines Schlangensterns? Oder denen eines Tintenfischs?

Wie frei ist Ihr Kopf?

Wie frei sind Ihre Entscheidungen?

Wie frei waren wir vor 650 Jahren ­– wie frei sind wir heute?

PRESSE

“…unglaublich erstaunlich und bereichernd”
(Barbara Grech, SR2 und SR3 am 13.06.2026)

“Das Publikum verließ den Saal mit sichtlich leuchtenden Augen.”
(Silvia Buss, Saarbrücker Zeitung vom 15.06.2026)

Infos zum Stück

alle Fotos (C) Astrid Karger

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tun & lassen

faire ou lâcher l’affaire

Musik // Theater // Performance

Wir zetteln ein Spiel an! Mit historischen Rückblenden und gegenwärtigen Szenen, mit Musik von Guillaume de Machaut aus dem 14. Jahrhundert und eigener zeitgenössischer Musik; und mit den Stimmen zahlreicher Menschen von jung bis alt, mit denen wir in den letzten Monaten Gespräche und Interviews zum Thema geführt haben.

Ein Abend über Wunsch und Wille, Spiel und Regeln, mit einer Hölle voll Entscheidungen: tun oder lassen?

­Die erste Entscheidung durfte das Publikum gleich beim Eintrittspreis treffen; der war frei wählbar zwischen 5€ und 20€.

„Initialzündung für dieses Projekt war die Beschäftigung mit dem 14. Jahrhundert – einer Zeit, die von Pest und Kriegen geprägt war – und mit der Frage, was uns dieses ferne Jahrhundert heute zu sagen haben könnte.

Die Frage nach der Freiheit damals und heute hat uns schließlich besonders interessiert. Darum dreht sich unser Stück.

Teils mit historischen Rückblenden, gleichzeitig sehr gegenwärtig und zeitgenössisch, mit Musik sowohl aus dem 14. Jahrhundert von Guillaume de Machaut als auch mit eigenen Kompositionen und Improvisationen – frei nach Regeln ­–, mit den Stimmen und O-Tönen zahlreicher Menschen, mit denen wir Gespräche und Interviews zum Thema geführt haben, setzen wir das um. Und vor allem sehr spielerisch setzen wir es um: Spiel ist Freiheit nach Regeln. Spielen heißt balancieren zwischen Regel und freier Entscheidung. Das Motiv des Spiels durchzieht unsere Performance.“
(Liquid Penguin)

Es geht um unsere Freiheit – gesellschaftlich, individuell, spielerisch und musikalisch.

Das 14. Jahrhundert war der Ausgangspunkt unserer Recherche: geprägt von Naturkatastrophen, Epidemien, dem 100-jährigen Krieg, politischen Umbrüchen, Armut und Ausbeutung. Von Sicherheit, Freiheit oder Schutz von Leib und Leben für die „Untertanen“ kaum die Rede. Unter diesem Druck entstehen erste gesellschaftliche Freiheitsbewegungen. Und auf musikalischem Gebiet finden wir in der Ars Nova die Entwicklung der Polyphonie und Guillaume de Machaut mit seinen Experimenten zur (gleichberechtigten!) Mehrstimmigkeit. Er nimmt sich kompositorische Freiheiten, die zu seiner Zeit unerhört sind. Alle Stimmen singen mit ihren eigenen Worten ihre eigene Melodie nach ihrer eigenen Fasson. Das hat Dissonanzen zur Folge und diese werden zugelassen.

Wo stehen wir heute? Schließt das 21. Jahrhundert die Tür, die das 14. noch sehr zaghaft aufgestoßen hat? Die umwälzenden Entwicklungen der letzten Jahre – Klimawandel, Pandemie, Kriege, Infragestellung des (westlichen) Sicherheitsgefüges – stellen die Frage nach der Existenz, den Bedingungen, der Legitimation, der Permanenz und Zukunft unserer politischen, gesellschaftlichen wie persönlichen Freiheiten in herausfordernder Weise neu. Bedingungen von Freiheit, die wir schon fast vergessen haben, rücken wieder ins Bewusstsein. Schutz. Recht. Struktur. Regelwerk. Die Frage, wer sich Freiheiten nehmen kann oder darf. Und die Frage nach den Folgen, den Kosten unserer Freiheiten. Und danach, wer bezahlt.

Die Stimmen, Gedanken und Erzählungen vieler unterschiedlicher Menschen unserer städtischen und ländlichen Gesellschaft erklingen in der Performance. Das Ensemble hat sie begleitend zur Stückentwicklung in vielen Gesprächen und Interviews gesammelt. Sie kommen im Audiozuspiel zu Wort. Sie werden kontrastiert vom künstlerischen Tun und Lassen der Performer*innen, den zeitgenössischen Kompositionen und Improvisationen und der alten Musik, die ins Heute schwappt. Wir erzählen von damals, doch es klingt nach einer Erzählung von heute.

MITWIRKENDE

Katharina Bihler (Stimme, Spiel)
Élodie Brochier (Stimme, Spiel)
Daria Lippi (Stimme, Spiel)
Barbara Neumeier (Blockflöten)
Juliette Salmon (Stimme, Spiel, Violine)
Stefan Scheib (Kontrabass, Sound/Elektronik)

Texte: Katharina Bihler, Élodie Brochier, Daria Lippi und Juliette Salmon
Musik: Stefan Scheib und Guillaume de Machaut
Audio-Zuspiele aus 100 Stimmen zum Thema Freiheit: Katharina Bihler und Stefan Scheib
Licht: Krischan Kriesten

Grafik: TIKETIKE
Fotos: Astrid Karger
Instagram: Textbüro Tanja Begon

Aufführungen

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PREMIERE war am 12. Juni 2026
im KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof, Saarbrücken

weitere Vorstellungen:
13./14./15./18./19. Juni 2026 | KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof (Kantine)
21. Juni 2026 | Dreilandtheater, Perl/Wochern
21. & 22. August 2026 | Festival des Antipodes, Bataville/Moussey, France
02. Oktober 2026 | Plenarsaal des Saarländischen Landtags (Lange Nacht der Demokratie)

FÖRDERER & KOOPERATIONSPARTNER

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Gefördert vom Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, von der Landeshauptstadt Saarbrücken sowie von Saartoto.

In Kooperation mit KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof.